Die Harmoniefalle: Wenn Everybody’s Darling zum Everybody's Depp wird

Stefan hat die Harmoniefalle auf die harte Tour kennengelernt. „Everybody's Darling is Everybody's Depp." Worum geht es? Um das persönliche Rollenverständnis.

Ein freundlicher Inhaber — der im Vorstand nicht durchdrang

Stefan, der Name ist geändert, ist Inhaber eines erfolgreichen Beratungsunternehmens. Klar im Kopf, humorvoll im Umgang, alles andere als ein Kasper.

Doch im Vorstand des Branchenverbands, in den er gewählt wurde, fiel er in eine Rolle, die ihm zum Verhängnis wurde. Sein Selbstbild im Sparring: „Ich bin harmoniebedürftig. Ich will, dass es allen gut geht." Das gelang ihm. Er sorgte für gute Stimmung. War geschätzt, beliebt — und wurde genau deshalb in den entscheidenden Momenten nicht mehr ernst genommen.

Wenn Nettigkeit zur Schwäche wird

Stefan wurde zum Stimmungsmacher abgestempelt. Seine fachliche Kompetenz? Wurde überhört. Seine Beiträge? Wurden ignoriert oder unterbrochen. „Wenn's um die Sache geht, hören sie mir nicht zu", sagte er.

Das ist die Falle, die der Spruch beschreibt. Wer sich als Harmonie-Bringer aufstellt, bekommt eine Rolle zugewiesen, und die wird selten wieder abgegeben. In einem rein horizontal funktionierenden Team mag das tragen. In vertikal geprägten Gremien, Verwaltungsräten, Verbandsvorständen, Geschäftsleitungen,  kippt es schnell. Wer dort zu freundlich wirkt, landet in der Schmuseecke. Oder wird zum Clown gemacht, ob er will oder nicht.

Der Wendepunkt

Im Sparring arbeitete Stefan an seiner Wirkung. Nicht um sich zu verbiegen. Sondern um Freundlichkeit und Standing in Balance zu bringen: die richtige Mischung aus „nett bleiben" und „ernst genommen werden".

Heute sagt er: „Ich bin immer noch ich, aber ich trete in gewissen Situationen anders auf. Ich muss nicht mehr allen gefallen. Ich werde gehört."

Was sich daraus üben lässt

Seien Sie freundlich, aber nicht verfügbar. Klar, aber nicht hart. Seien Sie gut zu sich, und zu anderen. Aber werden Sie nicht zum Depp, sobald es ernst wird.

Das gelingt mit wenigen, präzisen Eingriffen in das eigene Verhalten. Eine kürzere Antwort, wo vorher eine ausgleichende Bemerkung kam. Eine Pause, statt sofort den Ton zu glätten. Ein klarer Satz, der eine Position markiert, statt sie zu relativieren. Das sind kleine Bewegungen, die einen grossen Unterschied machen — weil sie das Signal verändern, das Sie im Raum senden.

Wer das einübt, bleibt der gleiche Mensch. Aber er wird anders gelesen.

Wenn das ein Muster ist, das Sie aus eigenen Gremien kennen: Vereinbaren wir ein Klärungsgespräch. 30 Minuten, unverbindlich.

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Im Klärungsgespräch geht es um: Ihre Situation und den passenden Umfang. 30 Minuten, unverbindlich. Wenn wir zusammenarbeiten, wissen Sie am Ende des Gesprächs, wie. Wenn nicht, sehen Sie Ihre Lage schärfer.

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